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| Osterwoche/März 2008 Im Prinzip ist das Wetter echt schön - wenn es nur nicht so kalt und stürmisch wäre. Viel, viel Sonne erhellt den Tag, zaubert wunderschöne Farben auf das Meer, in das Watt, über die Hallig, lockt den letzten Frostködel hinter dem Ofen hervor, gaukelt ihm eine kuschelige doch leider nicht vorhandene Wärme vor. Der eisige Wind nimmt schnell den Atem, die 1 1/2 stündige Wattwanderung vermittelt den Eindruck eines harten 8-Stunden-Tages mit anstrengender körperlicher Arbeit. Und jeden Tag wurde es noch ein wenig kälter, inzwischen zeigt das Thermometer nur noch 1,6 Grad ("plus" - immerhin!). Der eisige Wind aus Ost-Nord-Ost pustet mit Stärke 8-9, heute Nacht und am Morgen waren es noch mindestens 9-10, das ist wahrlich eine Herausforderung - aber trotzdem ein gesundes, ein trockenes Klima! Der Unterschied allerdings, den ich von den letzten Wochen zu jetzt zu verkraften hatte, der nicht gerade bagatellhafte Unterschied von mehr als 20 Grad Celsius war allerdings schon ganz heftig, forderte einiges an Umstellung ab, forderte eine rasche Einge-wöhnung! Und trotzdem: es ist so schön, wieder auf der Hallig, wieder tohuus zu sein, die einmalige Luft, die einzigartige Ruhe, das unübertreffliche Ambiente zu fühlen, zu riechen, zu hören, zu erahnen und zu erleben. Einige Osterurlauber versuchen, den Alltag hinter sich zu lassen, hier auf der Hallig aufzutanken, Frische zu atmen, die Natur und gegebenenfalls auch Naturgewalten zu genießen. Viele, ja tausende Ringelgänse verhelfen ihnen sicher zu bleibenden Eindrücken und Erlebnissen, Karlchen und Co. tun ihr übriges und - es ist kaum zu glauben - die Lerchen sind ebenfalls schon da! Bereits am Dienstag war's, da wollte ich meinen Ohren nicht trauen, ich konnte es einfach nicht glauben - aber sie waren es tatsächlich, die Lerchen, die im schönsten Sonnenschein ihr Trillern in die Luft schickten, den Tag begrüßten, den Tag lobten. Selbst die Wippsteerts (Bachstelzen) waren beeindruckt von dem schönen, von dem so frühen Gesang in diesem Jahr, wippten während der Futtersuche mit ihrem Steert im Takt - wippten solange, bis die Gänse kamen, ihnen ihr Revier streitig machten. Oder nahmen sie einfach nur deshalb Reißaus, weil sie schon längst gesättigt waren, unge-stört vom sonoren "krk-krk-krk-krk-krk" der Gänse dem lieblichen Lerchengesang lauschen wollten?! Ja, etwa 150-200 Ringelgänse grasen auf der Warftwiese, unmittelbar vor dem kleinen Blumenbeet, der nächste Schwarm zieht um die Ecke herum, vor das Fenster gen Amrum. Jeden Morgen - fast pünktlich um 10 Uhr - kommen sie alle angeflogen, landen auf dem großen Priel. Einige allerdings müssen ihren Landeplatz an Land, auf der Fenne, direkt neben dem Priel suchen, ja, weil's für die gleichzeitige Landung auf dem Priel zu eng und zu kollisionsgefährlich ist. Und dann beginnt die Unterhaltung: krkkrkkrk, immer wieder in gleich-bleibender Tonlage "krk-krk-krk-krk-krk", solange bis der Hunger übermannt, der Gänsemagen sein Recht fordert, die noch spärlich sprießenden Gräser auf der Warft locken. Und das Allerschönste - obwohl, jedes dieser Naturerlebnisse, alles ist ja so unsagbar beeindruckend - darf ich nicht vergessen: die Mittelsäger proben bereits, proben für das große Balz-Schauspiel auf dem Priel, für die Trilogie, für ihren großen Auftritt, laufen sich bereits heiß ... Allerdings fehlen noch einige Statisten, einige Chormitglieder und Lufttänzer. Noch sind nicht alle Mitwirkenden aus dem Winterquartier zurückgekehrt, noch lassen Familie Wiebe (ihres Zeichen Kiebitze), die Seeschwalben und einige mehr auf sich warten. Eine Chance für Laura? Nein, wohl eher nicht! Irgendwie hat Laura, das Teichhuhn, ihren Part hier noch nicht gefunden - vielleicht sollte sie sich mal mit dem Regisseur oder dem Dirigenten und/oder Chorleiter, den Gebüder Großer Brachvogel, besser stellen, ihnen schöne Augen machen, sich bei ihnen anköteln, sik 'n witten Foot maken ... Ekkenekkepenn beobachtet die Spielvorbereitungen aus seiner Perspektive, hält sich da ganz raus, mit der Rollenverteilung will er nichts zu tun haben, das überläßt er anderen, denen, die das gelernt haben oder die meinen, dafür prädestiniert zu sein. In seiner Beobachterrolle fühlt er sich sehr wohl! Ich auch! | |
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